Der Jubilar in der Mitte: Propst Kurt Schulte (rechts) und Domkapitular Wilm Sanders aus Hamburg beim Empfang zum 50-jährigen Priesterjubiläum von Professor Dr. Ralph Sauer. Foto: hm
Vechta (hm) - Hochschullehrer, Schriftsteller, Priester und ab und zu auch Seefahrer: Wenn Ralph Sauer seinen Beruf angeben müsste, hätte er mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Als Professor an der Hochschule Vechta lehrt er katholische Theologie, verfasst Aufsätze und Bücher, nimmt Prüfungen ab und hält Vorlesungen. Das alleine genügt ihm aber nicht. Zusätzlich bringt er sich in der Gemeinde Maria Frieden ein, wo er als Priester seelsorgerische Tätigkeiten übernimmt. "Ein praktischer Theologe braucht Bodenhaftung", erklärt Sauer seine Einstellung.
So feierte er am Sonntag mit der Gemeinde Maria Frieden im Pfarrheim bereits sein fünfzigjähriges Priesterjubiläum. 1968 kam Sauer nach einem "kometenhaften Aufstieg", wie er es schmunzelnd bezeichnet, nach Vechta, wo er nach zehnjähriger Tätigkeit, unter anderem als Kaplan in Flensburg, an der Hochschule anfing. Parallel dazu wirkte er auch schon in der Gemeinde mit und kümmerte sich anfangs schwerpunktmäßig um das Josef-Heim, in dem er auch Unterschlupf fand.
Nicht nur Propst Kurt Schulte freute sich, den "Profi in der Mitte zu haben". Auch die zahlreichen Gratulanten, die seiner Einladung zum Sektempfang gefolgt waren und mäuschenstill der Dankesrede lauschten, zeugten von Sauers Beliebtheit.
"Gott ist uns wie ein Vater. Diese Grundbotschaft des Christentums hat er erfahren und als Begeisterter immer neue Verkündigungswege gesucht, um auch andere zu begeistern", erläuterte Schulte. Dabei habe er sich sowohl aufs Fahrrad geschwungen, als auch als Bordgeistlicher auf 33 Kreuzfahrten "mehr Kilometer zurückgelegt als Apostel Paulus". Seinen "unermüdlichen, tief beeindruckenden Einsatz" hob auch sein Kollege Egon Spiegel von der Hochschule hervor.
"Er hat dem religionspädagogischen Institut einen Namen gegeben. Auch wenn wir ihm zu den zwei bereits erschienenen Festschriften eine dritte druckten - sie könnte ihm nicht gebühren." Annähernd 40 Seminare habe er abgehalten und dabei etwa 1200 Studentenkontakte gehabt - und dabei stets vor ‚vollem Haus geredet. "Die Studenten sind bis heute begeistert von deiner geerdeten Spiritualität", stellte Spiegel fest.
Mit einem vom Propst diri-gierten "Viel Glück und viel Segen"-Kanon wünschten dem Jubilar schließlich alle Anwesenden weitere glückliche Jahre - als Professor und als Priester.