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Dominikanerpater Ulrich Schulte feiert sein Goldenes Priesterjubilaeum

Statt Bußpredigten Lebensfreude versprüht 

 
Zusammen mit Pater Sebastian und Pater Ludger feierte Pater Ulrich (am Altar, Mitte) den Festgottesdienst anlässlich seines 50-jährigen Priesterjubiläums. Foto: lc


Vechta (lc)
- "Dass ich das noch erleben darf" habe man in den vergangenen Tagen häufig aus dem Mund von Pater Ulrich Schulte gehört. "Dass ich das noch erleben muss", habe man allerdings in der letzten Zeit viel häufiger von ihm gehört, sagte mit einem Schmunzeln der Prior des Dominikanerkonvents, Pater Sebastian Hackmann, zu Beginn des Festgottesdienstes anlässlich des 50-jährigen Priesterjubiläums von Pater Ulrich.
Über 35 Jahre war Pater Ulrich Lehrer am Kolleg St. Thomas und übernahm 1998 die Seelsorge in der Gemeinde St. Marien in Oythe. In dieser Zeit hat Pater Ulrich sich nicht nur in Oythe einen Namen gemacht. So waren am Sonntagmorgen beim Festgottesdienst in der Klosterkirche Füchtel bis auf die letzte Bank nahezu alle Plätze besetzt. Neben vielen Freunden freute sich Pater Ulrich auch, ehemalige Mitglieder des Konvents anlässlich seines goldenen Jubiläums begrüßen zu können.
Eine besondere Ehre war es, so Pater Ludger Fortmann, der vor kurzer Zeit Vechta verlassen hatte, die Predigt halten zu dürfen. Pater Ulrich sei nie ein Priester gewesen, der der vorurteilsbehafteten Beschreibung eines katholischen Priesters entsprochen habe. Er sei kein Bußprediger und habe nie mit dem moralischen Zeigefinger auf die Menschen gedeutet.
Bekannt sei der Jubilar durch seine Lebensfreude und seine Lust an der kontroversen Diskussion und Kritik geworden. Damit habe er seiner Gemeinde, dem Konvent und der Schule sehr viel gegeben, so Pater Ludger.
Glückwünsche des Weihbischofs Heinrich Timmerevers überbrachte Propst Kurt Schulte, der nicht auf ganz persönliche Worte verzichtete. Im Anschluss an den Gottesdienst nutzten zahlreiche Gäste in der Pausenhalle des Thomas-Kollegs die Möglichkeit, dem Jubilar persönlich zu gratulieren. Sonntag (8. Februar) verabschiedet sich Pater Ulrich von der Gemeinde St. Marien Oythe in den Ruhestand.

OV 02.02.2009



Kritischer Geist und lieb gewonnener Pastor
Dominikanerpater Ulrich Schulte feiert Goldenes Priesterjubiläum
und verabschiedet sich von St. Marien, Oythe

Bald 50 Jahre Priester:
Der Vechtaer Dominikanerpater
Ulrich Schulte. Foto: Rolfes

 

Vechta (su) - "Es war gut so", sagt Pater Ulrich Schulte in der Rückschau auf 50 Jahre Priesterdienst, drei Jahrzehnte Lehrtätigkeit am Thomas-Kolleg und zehn Jahre als Pfarrer in Oythe.
Im Pfarrhaus verrät der 75-jährige Dominikaner zwischen halbleeren Regalen und Altpapier-Containern, dass er sich auf neue Aufgaben im Konvent, aber auch "auf etwas mehr Ruhe und Freizeit" freut. Bücher will Pater Ulrich lesen und die Kathedralen Frankreichs erkunden. Davor stehen noch zwei Feiertage: Am 1. Februar begeht der Konvent in Füchtel das Goldene Priesterjubiläum Schultes und am 8. Februar verabschieden die Oyther Katholiken den lieb gewonnenen Ordensmann.
Geboren in einem katholischen Ortsteil der ansonsten protestantischen Stadt Hagen in Westfalen, reifte in der "Diaspora-Situation" der Wunsch, Dominikaner und zugleich Lehrer zu werden. Dem Klostereintritt in Warburg und einem Studium der Theologie in Walberberg folgte 1959 die Priesterweihe in Köln und bis 1965 ein zweites Philologiestudium in Köln. "Pater Walbert brauchte einen Deutschlehrer in Vechta", erinnert sich Schulte. Von 1968 bis 1998 unterrichte er am Kolleg Deutsch und Geschichte, von 1993 bis 1996 als stellvertretender Schulleiter. Nebenbei hielt Schulte Vorträge über Literatur und Theologie. In den 70er Jahren war er von den 68ern angetan, was er "bis heute nicht als Fehler ansehen kann". Viele ehemalige Schüler halten Pater Ulrich als kritischen Geist in einem damals sehr konservativen Umfeld in guter Erinnerung.
Dass er in den Folgejahren seine kranke Mutter pflegen durfte, rechnet Pater Ulrich seinem Orden hoch an. Weniger erfreut war er darüber, dass der Orden ihn von 1997 bis 2000 als Prior einsetzte, weil sich der Konvent damals nicht auf einen Kandidaten einigen konnte. "Damit war ich überfordert", sagt Schulte heute selbstkritisch.
1998 bat Offizialatsrat Heinrich Taphorn ihn, die Seelsorge in St. Marien zu übernehmen. Bis heute kümmert sich Schulte mit großem Einsatz um die Oyther Gemeinde. "Seelsorge von der Wiege bis zur Bahre", das sei für ihn "eine ganz neue Erfahrung und eine große Freude" gewesen. Vor allem die Kinder habe er - der Lehrer - als Pfarrer "ganzheitlicher wahrgenommen". Als Prediger warnte Schulte immer wieder vor den einfachen Wahrheiten, verbreitete Glaubenszuversicht, aber stellte auch Fragen und äußerte Zweifel. Ein kritischer Geist also auch auf der Kanzel, der Oythe gut tat. Ganz abgesehen davon, dass sich die Gemeindemitglieder von St. Marien mittlerweile gut in Goethes "Faust" auskennen. Dankbar ist Schulte den vielen Oythern, "die mir immer tüchtig geholfen haben". Die Alten und Kranken will Schulte auch nach seinem Abschied weiter besuchen und Kontakt halten zu lieb gewonnenen Freunden und Familien.
Viel Zeit hat Schulte in den vergangenen Jahren in Vorarbeiten für die in Rom anstehende Seligsprechung des Vechtaer Dominikaners Titus Horten investiert. Der Bekenner starb 1935 in Oldenburg in der Nazihaft.
Erst jüngst veröffentlichte Schulte eine eindrucksvolle Quellensammlung über sein auch ganz persönliches "Vorbild an Frömmigkeit, Pflichterfüllung und Einsatz für andere". Mit Freude hat Schulte neueste Nachrichten der Ordensbrüder aus Rom vernommen. Die Seligsprechung sei im Sommer möglich. Unterschreibt Papst Benedikt XVI. das notwendige Dekret tatsächlich noch in diesem Jahr, wäre das für Pater Ulrich sicher das schönste Geschenk zum goldenen Priesterjubiläum.
Zur Feier des Goldenen Priesterjubiläums laden die Dominikaner am Sonntag (1. Februar) ein. Der Gottesdienst beginnt um 11 Uhr, anschließend wird ein Imbiss gereicht.
Zur Verabschiedung in St. Marien lädt die Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt am Sonntag (8. Februar) ein. Der Gottesdienst ist um 10 Uhr, anschließend Empfang bei Sextro.

Quelle: OV 23.01.2009

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